Valentin oder Valentinus ? |
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Für Verliebte und Liebende
Meditative Feier zum Valentinstag
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Dem Valentin
auf die Spur zu kommen, gleicht der Recherche in einer sehr alten
Bibliothek oder dem Aufspüren eines sehr alten Verbrechens. War
Valentin ein Heiliger oder ein Gnostiker, wie die Abweichler vom
"rechten Glauben" im Frühchristentum bezeichnet wurden?
Unser ältester Valentin (110- 175) war ein ägyptischer Dichter und Lehrer, kam aus der gnostischen Hochburg Alexandria mit der Hoffnung nach Rom, dort für seine Verdienste für den Glauben einen Bischofshut oder mehr zu erwerben. Seine Hoffnungen wurden bitter enttäuscht und er sagte sich von der Kirche los. Selber von untadeligen Lebenswandel und von hohem Intellekt, bewandert in der griechischen Philosophie und den Glaubenslehren, entwickelte er eine eigene Lehre, aus der die Sekte der Valentianer hervorging, die seine Schriften oftmals als Freibrief zur Aussschweifung nutzten. n wurde
für
die Feiern der Valentianer genutzt, hier fällt der 14. Februar
hinein.
Durch die Ausbreitung des Valentianismus nach Syrien, Kleinasien,
Mesopotamine, Spanien, Gallien, ja selbst nach Rom sah sich die Kirche
ihrerseits gezwungen das "Fest der Liebe" der Valentianer zu besetzen.
Da gab es plötzlich einen Märtyrer, der am 14. Februar starb,
dem Tag
der altrömischen Göttin Juno, die Beschützerin der Ehe
und Familie, an
deren Tag die Frauen mit Blumen beschenkt wurden.Und vielleicht hat es ihn ja auch wirklich gegeben, den Bischof Valentin von Ternin, der am 14. Februar 270 durch Keulenschläge ermordet und anschließend geköpft wurde. Bald schon soll es eine Basilika des Valentin in Rom gegeben haben (354) und die Legenden schreiben ihm viele Wunder zu. Immerhin trug er den Bischofshut, der dem Valentinus verwehrt blieb. Ob er wirklich gelebt hat, wissen wir nicht. Immerhin galt er als der Patron der Verliebten und der Brautleute. Und so mögen wir ihn auch in Erinnerung behalten. Gegen die Valentianer half das jedoch wenig. Die Spuren der Lehre lassen sich noch bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen und noch heute ist so mancher ein Valentianer, obwohl er nie vom Lehrer und Dichter Valentinus gehört haben mag. Doch bei der Recherche in der alten Bibliothek scheint es Zweifel gegeben haben, ob der Valentin wirklich in den Heiligenkalender passt. Und wirklich, seit der Reform des Kalenders im Jahr 1970 gibt es, wir müssen es zugeben, den Heiligen Valentin nicht mehr darin und dennoch feiern wir seinen Tag am 14. Februar. Warum ? Weil die Liebe einen Tag zum Feiern braucht, da mag es egal sein, ob diese Tradition auf Juno, auf Valentinus oder einen Heiligen Valentin zurückgeht. Christus ist Liebe und ihm verdanken wir diese. In diesem Sinne: Alles Gute zum Valentinstag. Text und Collage von Torsten
Kreutzfeldt.
Quellen für den Text: Walker: Gnosis, München, 1992. Weil Liebe uns beflügelt, Bonn,
2006.
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